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08.05.2011
17:48

Werden Hilfswerke geschröpft?

Eben wollte ich unsere neu gegründete Hilfsorganisation «Medhilfe Honduras» auf der Website www.spendenplattform.ch eintragen.

Für die Veröffentlichung von ein paar kurzen Informationen (Kurzportrait und 3 Hilfsprojekte) werden Hilfswerken CHF 399.- aus der Tasche gezogen. Schliesst man gleich einen 2-Jahresvertrag ab, sind es CHF 798. (man beachte den 'grosszügigen' Rabatt...).

Max Melliger aus Herrliberg, Gründer der Plattform schreibt auf seiner Homepage www.spendenmarketing.ch über sich selber:

«Die Gründung eines Kinderhilfswerkes hat meine Sicht der Dinge und meine Einstellung zum Leben nachhaltig geändert und bestimmt heute weitgehend mein Handeln und Denken.»

Gerne würde ich mich persönlich mit Herr Melliger aus Herrliberg darüber unterhalten, wie genau sich seine Sicht der Dinge und seine Einstellung zum Leben nachhaltig geändert hat und heute weitgehend sein Handeln und Denken bestimmt.

Meine Vermutung: Hilfswerke können hoffentlich sehr viel Geld einnehmen. Sein Denken und Handeln besteht möglicherweise darin, sich einen möglichst grossen Anteil dieses Kuchens abzuschneiden.

Ich verstehe durchaus, dass auch eine Internetplattform finanziert werden muss. Ich weiss allerdings ganz genau, wie hoch die Kosten für eine derartige Plattform sind. Wenn wir die Einnahmen von Herr Melliger mit den eingetragenen 163 Hilfsorganisationen zu je CHF 399.- zusammenrechnen, ergibt sich ein Total von CHF 65'037.- pro Jahr.

Die Erstellung einer vergleichbaren (sicherlich ansprechender gestalteten) Plattform bieten wir unseren Kunden in einem Bereich von CHF 2'000.- bis CHF 3'000.-, als einmalige Ausgabe an. Hinzu kommen die jährliche Registrierungsgebühr bei der Switch von CHF 17.-, das Hosting, welches vielleicht mit 100.- pro Jahr zu Buche schlägt und allenfalls einer Gebühr für den technischen Unterhalt der Website.

Ein hübsches jährliches Einkommen für, weiss Gott, sehr wenig Arbeit!

Herr Melliger ist aber nicht der erste und einzige, die von Hilfswerken profitieren. Es gibt noch eine ganze Reihe von weiteren 'Spendenmarketing'-Organisationen die sich da einordnen. Allen voran die Firma Corris AG. Aber dazu vielleicht ein späterer Blog-Eintrag.

In der Zwischenzeit ein kleiner Artikel zu diesem Thema:

Mit Agenturen auf Mitgliederjagd - 20Minuten Online

25.11.2010
13:55

Warum wir nicht mehr produktiv mit Apple-Systemen arbeiten

Öfters werden wir gefragt, weshalb wir nicht mit Apple-Systemen arbeiten. Wir wurden auch bereits als «Abtrünnige» bezeichnet; als Verräter. Allen Mac-Fans zuliebe haben wir diesen Umstand analysiert und sind zum folgenden, erschütternd einfachen Schluss gekommen: Es hat sich so ergeben! Auch wir haben viele Jahre mit Macs gearbeitet. Eigentlich immer parallel mit verschiedenen Plattformen. Mac, Windows und auch schon mit Unix-Systemen. Aber hauptsächlich mit Macs.

Die Erfahrung mit diesen Systemen hat uns immer wieder gezeigt:

  • Wir arbeiten gerne kreativ und effizient. Dies kommt vor allem unseren Kunden zugute. Deshalb haben wir uns unsere Infrastruktur nach unseren Bedürfnissen selber organisiert und herstellen lassen. Diese Philosophie lässt sich nur und ausschliesslich mit Unix- und Windows-Systemen verfolgen. Apple riegelt seine Systeme derart ab, dass eine individuelle Einrichtung eines Systems mit Apple-fremden Produkten praktisch ausgeschlossen ist.
  • Wir arbeiten jeweils mit den am besten geeignetsten «Werkzeugen». Die allermeisten dieser produktivitätssteigernden Werkzeuge sind nun mal Windows-Programme. Oftmals gar unter dem Open-Source-Prinzip völlig kostenlos.
  • Unsere wichtigsten Werkzeuge sind die Produkte der Adobe Creative Suite-Familie. Selbst diese werden in der Zwischenzeit zuerst und vor allem zuverlässig auf der Windows-Plattform veröffentlicht.
  • «Kompatibilität» ist schon seit Jahren kein Thema mehr. Dateien beider Systeme sind untereinander praktisch vollumfänglich kompatibel.
  • Viele unserer Partnerfirmen aus dem Bereich der Print- und Kommunikationsproduktion arbeiten mit Windows-Systemen.
  • Bei Neuerungen (Umstellung der 16Bit auf 32-Bit-Versionen etc.) erfuhren wir immer wieder massive Probleme und haben enorm viel Zeit und Geld investiert um die Infrastruktur wieder zum Laufen zu bringen. Jeweils genau während diesen Zeiten haben uns unsere Windows-Systeme, die wir überwiegend für die administrativen Belange nutzten, nicht im Stich gelassen.

Ohne Zweifel: Macs sind «easy-to-use»-Systeme für jederman. Sie sind «cool», sie sind «lifestyle», sie sind «amazing», sie sind «incredible» und Steve Jobs behauptet während seinen berühmten «Keynotes» ja immer wieder werbewirksam, dass seine Systeme «better, better, better» sind. Das mag stimmen. Wir aber verstehen uns als Arbeiter die Ihre Werkzeuge im Griff haben und wir bekunden zwischenzeitlich Mühe mit Werkbänken aus exotischen Edelhölzern und Swarovski-Steinchen besetzten Edelstahlwerkzeugen. Wir wollen effizient arbeiten und haben unsere Werkzeuge meistens im Griff (allfällige Probleme sind immer hausgemacht). Deshalb arbeiten wir mit Windows! Windows 7, um genau zu sein.

Aber auch wir haben unsere versöhnliche «Keynote»: Ohne iPhone könnten wir uns ein Leben auch nicht mehr vorstellen!

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